Öffentliche Netzwerke nutzen

Es ist unglaublich bequem, das Internet überall nutzen zu können, aber es gibt einige Vorsichtsmaßnahmen, die Sie ergreifen sollten, wenn Sie ein Netzwerk nutzen, das auch andere Personen nutzen können, die Sie nicht kennen und denen Sie nicht trauen. Dies gilt nicht nur für drahtlose Netzwerke, sondern auch für öffentliche kabelgebundene Netzwerke (beispielsweise in Hotels). Mobilfunknetze sind in der Regel verschlüsselt und einigermaßen geschützt, obwohl Sie drahtlos sind.

Sie müssen immer davon ausgehen, dass alle Daten, die sie in einem öffentlichen Netzwerk versenden, gelesen werden können. Wenn Sie eine Website nicht über eine verschlüsselte Verbindung aufrufen (beispielsweise „https“), dann kann theoretisch auch jede andere Person in diesem Netzwerk die aufgerufenen Daten einsehen. Wenn Sie Daten an eine unverschlüsselte Website senden, dann kann potenziell jeder diese Daten abrufen und lesen. In einigen Fällen können auch alle anderen in diesem Netzwerk in Ihrem Namen Handlungen durchführen, wenn Sie sich auf einer Website anmelden.

Es gibt drei wichtige Punkte, die Sie beachten sollten, um sich selbst zu schützen:

  • Unternehmen Sie in öffentlichen Netzwerken nur öffentliche Aktivitäten – also nichts, bei dem Sie angemeldet sein müssen. Sie können im Internet surfen, nach Karten, Filmen, Nachrichten, Bildern von Kätzchen und Bewertungen über das Restaurant nebenan suchen. Sie dürfen sich einfach nirgends anmelden oder einen Account verwenden, bei dem Sie bereits angemeldet bzw. eingeloggt sind. Für Aktivitäten, bei denen Ihre Daten geschützt werden sollten, sollten Sie Ihr privates Netzwerk oder Ihr Mobilfunknetz nutzen.
  • Führen Sie diese Aktivitäten nur auf Websites mit verschlüsselter Verbindung aus, von denen Sie wissen, dass sie sicher sind. Sie sind generell immer dann geschützt, wenn Sie eine Website über SSL-Verschlüsselung nutzen. SSL-geschützte Websites beginnen mit „https“ anstatt mit „http“, und es wird ein Schloss- oder Schlüssel-Symbol angezeigt. Wenn Sie sich über eine SSL-Verbindung anmelden und dann weitere Aktivitäten auf Websites ohne SSL durchführen, dann sind Sie höchstwahrscheinlich nicht mehr geschützt. Es kann sich zwar niemand mit Ihren Daten anmelden, aber die Person kann immer noch „über Ihre Schulter schauen und mitlesen“ und möglicherweise in Ihrem Namen Aktivitäten durchführen. Einige Websites verfügen über zusätzlichen Schutz, den Sie nicht sehen können. Sie müssen deshalb nach den Informationen zur Sicherung Ihrer Daten suchen und entscheiden, ob Sie der Website vertrauen und sie weiterhin nutzen möchten.
  • Wenn Sie Aktivitäten mit sensiblen Daten in öffentlichen Netzwerken durchführen möchten und bereit sind, dafür einige technische Änderungen vorzunehmen (und für einen Dienst zu zahlen), dann können Sie ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) nutzen, um in öffentlichen Netzwerken einen genauso hohen Datenschutz wie in anderen Netzwerken zu genießen.
  • Unabhängig davon, was Sie in diesem Netzwerk unternehmen, gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen, die Sie ergreifen sollten:
  • Vergewissern Sie sich jedes Mal, dass die Firewall aktiviert ist. Die aktuellen Versionen der meisten Betriebssysteme aktivieren die Firewall automatisch. Dennoch haben wir für Sie eine Anleitung zur Überprüfung der Firewall in einigen der gängigen Betriebssysteme zusammengestellt.

Anweisungen für die Microsoft Windows 8 Firewall
Anweisungen für die Mac OS X v10.9 (Mavericks) Firewall

  • Überlegen Sie sich, welche Dienste Sie nutzen, um Inhalte zu teilen, und ob Sie möchten, dass diese für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Die Dateifreigabe (Filesharing) ist normalerweise nicht sicher. Wenn Sie die Freigabe also aktiviert haben, dann sollten Sie diese Einstellung während der Nutzung von öffentlichen Netzwerken deaktivieren. Andere Arten der Freigabe (z. B. die Freigabe von Medien über iTunes oder andere Programme) sind möglicherweise sicherer, aber Sie sollten sich dennoch genau überlegen, ob Sie Ihre Bibliothek wirklich öffentlich zugänglich machen möchten. Die meisten aktuellen Betriebssysteme und -programme deaktivieren die öffentliche Freigabe standardmäßig, aber Sie sollten die Einstellungen überprüfen, insbesondere wenn Sie in der Vergangenheit Inhalte freigegeben haben oder Sie Programme zur öffentlichen Freigabe genutzt haben oder Sie ein System haben, das älter als fünf Jahre ist.

Bei drahtlosen Netzwerken:

  • Nutzen Sie nur zulässige und bekannte Netzwerke. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn mehrere Netzwerke zur Verfügung stehen, die zahlungspflichtig sind und unterschiedliche Preise berechnen. Üblicherweise sind die Netzwerke mit niedrigen Preisen betrügerische Betreiber, die so an Ihre Kreditkartendaten gelangen. Fragen Sie vor Ort, welche Netzwerke zulässig sind.
  • Wählen Sie sich nicht über Netzwerke von individuellen Computern ein („Ad-hoc“-Netze). Es ist möglich, von einem Computer aus Netzwerkdienste anzubieten. Dies ist an einem öffentlichen Ort so gut wie nie zulässig. Einige PCs zeigen die „Ad-hoc“-Netze und die Netze der Zugangspunkte als gleichwertig an, und Sie sollten diese Funktion deaktivieren. Bei Windows können Sie diese Funktion deaktivieren, indem Sie die Optionen für das automatische Verbinden mit unbekannten Netzwerken ausschalten.
  • Überlegen Sie sich, ob Sie die Optionen für das automatische Verbinden mit unbekannten Netzwerken ausschalten möchten. „Bekannte“ Netzwerke werden anhand des Namens identifiziert, sodass Sie automatisch in die Netzwerke mit den passenden Namen eingewählt werden. Menschen mit niederen Beweggründen können Netzwerke auch so erstellen, dass sie den passenden Namen aufweisen. Dabei handelt es sich jedoch um unsichere Netzwerke, durch die Ihre Daten geraubt werden können. Diese Netzwerke werden als „Evil Twins“ oder „Böse Zwillinge“ bezeichnet.

Virtuelle private Netzwerke (Virtual Private Networks):

Virtuelle private Netzwerke (Virtual Private Networks) oder VPNs verwenden eine Verschlüsselung, die mehr Datenschutz auf öffentlichen Netzwerken bietet. Viele Unternehmen nutzen VPNs, damit Mitarbeiter von überall aus auf das Unternehmensnetzwerk zugreifen können. Es ist aber auch möglich, persönliche VPN-Dienste zu nutzen oder, wenn Sie sich gut mit PCs auskennen, Ihr eigenes VPN zu erstellen, mit dem Sie sich in Ihr privates Netzwerk einwählen können. Mit VPNs können Sie öffentliche Netzwerke mit beinahe der gleichen Sicherheit wie bei Ihrem privaten Netzwerk nutzen, aber es gibt dennoch einige Dinge zu beachten:

  • Wenn Sie einen VPN-Dienst nutzen, dann vertrauen Sie dem Netzbetreiber. Der Dienst erhält Zugriff auf alle Ihre Daten und kann sie entschlüsseln.
  • Die Nutzung einer VPN-Verbindung erfordert die Installation einer Software und eine Neukonfiguration Ihres Computers. Dies kann zu Problemen mit einigen Netzwerkdiensten führen und Ihre Verbindungsgeschwindigkeit drosseln.