Hinweise für Kinder und Jugendliche zu Internet-Mobbing

  • Veröffentlicht von Connect Safely

Natürlich muss jeder Internet-Mobbing-Fall individuell betrachtet werden. Im Folgenden möchten wir Ihnen trotzdem einige allgemeine, bewährte Ratschläge geben, die Sie mit Ihrem Kind besprechen können:

Es ist nicht deine Schuld.

Viele Menschen bezeichnen bereits einen Streit zwischen zwei Personen als „Mobbing“. In Wirklichkeit bedeutet Mobbing aber, dass eine Person wiederholt gemein zu dir ist – und dafür musst du dir nicht die Schuld geben. Niemand verdient es, gemein behandelt zu werden.

Reagiere nicht bzw. versuche nicht, dich zu rächen.

Manchmal ist es genau solch eine Reaktion, auf die der Täter wartet. Er denkt dann, dass er die Macht über dich hat – und du möchtest den Mobber doch nicht in seinem Tun stärken. Und was Rache angeht: Wenn du versucht, dich zu rächen, wirst du selbst zu einem Mobber. So kann einen gemeine Tat zu einer Kettenreaktion führen. Wenn möglich, ziehe dich aus der Situation zurück. Wenn das nicht geht, kann man einen Mobber manchmal durch Humor entwaffnen oder ablenken.

Bewahre Beweise auf.

Das einzig Gute an Internet-Mobbing oder Mobbing über das Handy ist, dass es in der Regel aufgezeichnet bzw. gespeichert werden kann. So kannst du die Beweise jemandem zeigen und ihn um Hilfe bitten. Für den Fall, dass die Angelegenheit eskaliert, kannst du diese Beweise aufbewahren. [Eine Anleitung, wie du Screenshots auf deinem Handy oder Computer aufnehmen kannst, erhältst du auf ConnectSafely.org/cyberbullying.]

Sag der Person, dass sie aufhören soll.

Die Umsetzung dieses Ratschlags ist ganz dir überlassen – wenn du dich dabei nicht wohlfühlst, dann tu es lieber nicht. Du musst dem Mobber nämlich eindeutig vermitteln, dass du eine solche Behandlung nicht mehr mitmachst. Du solltest dies vielleicht vorher mit einer Person üben, der du vertraust, z. B. mit einem Elternteil oder einem guten Freund.
Lass dir helfen – besonders, wenn dich das Verhalten der Mobbers sehr belastet.

Du verdienst Unterstützung. Suche dir eine Person, die dir zuhört und dir dabei hilft, die Geschehnisse zu verarbeiten – einen Freund, einen Verwandten oder vielleicht einen Erwachsenen, dem du vertraust.

Setze die verfügbaren technologischen Hilfsmittel ein.

Bei den meisten Social-Media-Apps und -Diensten kannst du die Person blockieren. Egal, ob die Belästigungen in einer App, per SMS, durch Kommentare oder markierte Fotos passieren: Tudir selbst einen Gefallen und nutze diese Möglichkeiten. Du kannst das Problem auch dem Dienst melden. Dadurch lässt es sich zwar wahrscheinlich nicht lösen, aber du wirst immerhin nicht mehr direkt mit der Belästigung konfrontiert und kommst weniger in Versuchung, darauf zu reagieren. Wenn dir körperliche Gewalt angedroht wird, solltest du dich (in Begleitung eines Elternteils oder eines Erziehungsberechtigten) an deine örtliche Polizeidienststelle wenden und den Vorfall eventuell der Schulbehörde melden.

Schütze deine Konten.

Verrate deine Passwörter niemandem – nicht einmal deinen besten Freunden, da diese vielleicht nicht für immer so eng mit dir befreundet sein werden – und schütze dein Handy mit einem Kennwort, damit sich niemand für dich ausgeben kann. Hinweise hierzu findest du auf passwords.connectsafely.org.

Wenn du merkst, dass eine Person Opfer von Mobbing wird, hilf ihr.

Durch Wegsehen stärkst du den Täter in seinem Handeln und hilfst niemandem. Das Beste, das du tun kannst, ist zu versuchen das Mobbing zu stoppen, indem du dazu Stellung beziehst. Wenn du es nicht beenden kannst, unterstütze die Person, die gemobbt wird. Wenn es sich um einen Freund von dir handelt, kann du ihm zuhören und Wege finden, ihm zu helfen. Überlegt euch zusammen, ob ihr das Mobbing melden solltet. Wenn du noch nicht mit dem Opfer befreundet bist, kann ein nettes Wort helfen, die seelischen Schmerzen zu lindern. Und das Allermindeste, das du tun kannst, ist keine gemeinen Nachrichten weiterzuleiten und dem Mobber keine positive Aufmerksamkeit zu schenken.

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